RSD im Business: Wenn dein Nervensystem Alarm schlägt

Wenn unbeantwortete Nachrichten oder Kritik starke innere Unruhe auslösen, steckt dahinter möglicherweise Rejection Sensitive Dysphoria (RSD). Erfahre, wie ich damit umgehe.

Das erwartet dich

Gefühlte Ablehnung und dein Nervensystem reagiert?

Wenn eine ignorierte Nachricht dich in die Krise stürzt, ist das kein Versagen, sondern ein Signal deines Nervensystems.

In diesem Artikel zeige ich dir,

  • wie sich Rejection Sensitive Dysphoria im Business äußern kann,
  • wie ich mit emotionalen Blockaden durch Angst vor Ablehnung umgehe
  • und warum dein Business kein dauerhafter Überlebenskampf sein sollte.

Meine Erfahrung mit RSD im Business

Paulina Hornbachner – Business Coach für neurodivergente Selbstständige

In meinem Freelancer Job habe ich eine Liste an Fragen an ein anderes Projektteam geschickt. Die Situation war kritisch, weil die Fragen launchrelevant waren und der Launch unmittelbar bevorstand. Danach bekam ich einen ganzen Tag lang keine Antwort. Nicht einmal ein kurzes „zur Kenntnis genommen“.

Ich begann die Mail immer wieder zu lesen und fragte mich:

  • War ich zu direkt?
  • Habe ich etwas falsch formuliert?
  • War die Nachricht zu aggressiv?
  • Habe ich jemanden verärgert?

 

Gleichzeitig wurde ich immer unruhiger, verärgerter und fühlte mich zunehmend abgelehnt. Genau das ist Rejection Sensitive Dysphoria, kurz RSD.

Paulina Hornbachner – Business Coach für neurodivergente Selbstständige

Was ist Rejection Sensitive Dysphoria (RSD)?

Rejection Sensitive Dysphoria zu deutsch “Angst vor Ablehnung” ist ein Begriff, der beschreibt, wenn Menschen auf wahrgenommene Ablehnung, Kritik oder soziale Missbilligung mit extremer emotionaler Schmerzreaktion und Belastung reagieren. RSD kommt häufig bei Autismus und ADHS vor.

Typische Reaktionen:

  • Emotionale Dysregulation führt zu großer innerer Unruhe und starken Emotionen
  • Erhöhte Sensibilität: Genaue Beobachtung von soziale Signale und Gesichtsausdrücke, was dazu führt, dass sie soziale Interaktionen schneller als Ablehnung interpretieren
  • Soziale Ängste: Die Angst vor Ablehnung kann zu sozialer Angst führen, was es erschwert, sich auf soziale Interaktionen einzulassen oder Risiken einzugehen.

 

Quelle: https://riseupforautism.com/blog/rejection-sensitive-dysphoria-and-autism

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Wie beeinflusst RSD mein Unternehmen?

Als Autistin habe ich viele negative Erfahrungen mit sozialen Interaktionen gemacht. Dazu gehören sozialer Druck, Mobbing sowie Ausschluss von Informationen und Meetings.

Trotz Therapie und intensiver Arbeit an meinem Selbstbewusstsein kann ich diese extreme Vorsicht im sozialen Kontext nicht vollständig ablegen.

Logisch betrachtet weiß ich, dass mir heute nichts passieren kann. Ich bin erwachsen, ich habe Kontrolle über mein Leben und ich kann Situationen jederzeit verlassen.

Emotional reagiert mein Nervensystem jedoch auf vergangene Erfahrungen. Und genau das ist wichtig zu verstehen:

Rejection Sensitive Dysphoria ist für viele neurodivergente Menschen keine „Schwäche“, sondern eine Schutzreaktion des Nervensystems.

Diese Vorsicht hat mich als undiagnostizierte Autistin viele Jahre lang geschützt und mir geholfen schwierige soziale Situationen zu überstehen.

Wie gehe ich mit RSD um?

Paulina Hornbachner – Business Coach für neurodivergente Selbstständige

Wenn die Angst vor Ablehnung bei mir ausgelöst wird, versuche ich zuerst mein Nervensystem zu beruhigen und den Stress abzubauen.

  • Erstmaßnahme Atemübung: Bei dieser wird der Parasympathikus aktiviert und das Nervensystem beruhigt. Diese wiederhole ich so lange, bis die innere Unruhe langsam weniger wird. (4 Sekunden einatmen. 6 Sekunden ausatmen, 2 Sekunden halten)
  • Spazierengehen mit Musik: Ist die innere Unruhe dann immer noch nicht weg, gehe ich spazieren, am besten mit meiner Lieblingsmusik.
  • Mit vertrauten Menschen sprechen: Zur besseren Einordnung hilft es mir soziale Situationen mit anderen zu reflektieren.

 

Dadurch kann ich besser einordnen: Reagiere ich gerade auf eine reale Situation? Oder wird gerade meine Angst vor Ablehnung und vergangene Erfahrungen aktiviert?

Was bedeutet RSD für dein Business?

Paulina Hornbachner – Business Coach für neurodivergente Selbstständige

Wenn auch du Rejection Sensitive Dysphoria oder starke Angst vor Ablehnung kennst, bist du nicht fehlerhaft. Ich sehe RSD als eine Überlebenstaktik des Nervensystems, die wir aufgrund unserer Erfahrungen entwickelt haben.

Beim Aufbau eines Online Business geht es jedoch nicht nur ums Überleben. Es geht darum, dir langfristig ein stabiles und passendes Leben aufzubauen. Deshalb ist es wichtig, dein Unternehmen an deine Bedürfnisse anzupassen und nicht dauerhaft im Überlebensmodus zu arbeiten.

Frage dich:

  • Welche Situationen lösen RSD im Business bei mir aus?
  • Welche Aufgaben erzeugen starke Angst vor Ablehnung?
  • Kann ich bestimmte Situationen vermeiden, abmildern oder auslagern?
  • Welche Arbeitsweise passt wirklich zu meinem Nervensystem?

 

Denn nur wenn dein Business zu deiner Neurodivergenz passt, kannst du dein Unternehmen langfristig erfolgreich führen und finanziell unabhängig werden.

Paulina Hornbachner – Business Coach für neurodivergente Selbstständige

Ein Business passenden zu deinem Nervensystem?

Wie du dein Unternehmen an deine Neurodivergenz anpasst und ein Business aufbaust, das zu deinem Nervensystem passt, lernst du im ErfolgsGuide für neurodivergente Unternehmer:innen.

FAQs - RSD im Business

Was ist Rejection Sensitive Dysphoria (RSD)?

Rejection Sensitive Dysphoria, kurz RSD, wird auf Deutsch häufig als Angst vor Ablehnung beschrieben. Gemeint ist eine starke emotionale Reaktion auf wahrgenommene Ablehnung, Kritik oder soziale Missbilligung. Menschen mit RSD erleben dabei oft intensive innere Belastung und Stressreaktionen.

Ja, Rejection Sensitive Dysphoria tritt häufig bei Autismus und ADHS auf. Viele neurodivergente Menschen reagieren besonders sensibel auf soziale Unsicherheit, Kritik oder Ausschluss.

RSD im Business kann sich zum Beispiel durch starke Unsicherheit bei unbeantworteten Nachrichten, intensives Grübeln, Angst vor Kritik oder Vermeidungsverhalten zeigen. Schon eine ausbleibende Antwort auf eine E Mail kann starke emotionale Reaktionen auslösen.

Menschen mit Rejection Sensitive Dysphoria beobachten soziale Signale häufig sehr genau. Dadurch können selbst neutrale Situationen wie eine verspätete Antwort oder ein kurzer Tonfall als mögliche Ablehnung wahrgenommen werden.

Viele Menschen profitieren davon, zuerst den Stress im Nervensystem zu reduzieren. Atemübungen, Bewegung, Musik oder Gespräche mit vertrauten Personen können helfen, die Situation anschließend ruhiger einzuordnen.

Wenn bestimmte Situationen regelmäßig RSD auslösen, kann es hilfreich sein zu prüfen, ob Arbeitsweisen, Prozesse oder Aufgaben angepasst werden können. Langfristig sollte ein Business nicht dauerhaft im Überlebensmodus aufgebaut werden, sondern zu den eigenen Bedürfnissen passen.